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Im knappen, vor Schulbeginn und bei Schulschluss besonders frequentierten Verkehrsraum an Grundschulen bedeuten Elterntaxis eine zusätzliche, vermeidbare Belastung.

Kinder gehen am besten zu Fuß zur Grundschule

- veröffentlicht 22.10.2020 Die Glocke -

Verkehrswacht gegen „Elterntaxis“

Die meiste Gefahr von Schulen geht von sogenannten Elterntaxis aus. Darauf weist mit Blick auf den Schulbeginn nach dem Ende der Herbstferien am kommenden Montag die Verkehrswacht im Kreis Warendorf hin.

Laut einer ADAC-Studie haben fast zwei Drittel der Grundschulen ein deutliches Problem mit Elterntaxis, wie die verkehrswacht mitteilt. Sie halten oftmals verbotswidrig vor den Schulen und behindern und gefährden dabei häufig andere Kinder.

„In den 1970er-Jahren gingen noch 90 Prozent der Grundschüler zu Fuß zur Schule“, stellt Marcus Korte, Vorsitzender der Verkehrswacht im Kreis Warendorf fest. „Heute sind es deutlich weniger. Wir raten dringend davon ab, Kinder mit dem Auto in die Schule zu fahren.“

Das habe viele Gründe ergänzt Werner Schweck, Geschäftsführer der Verkehrswacht. „Lehrer und Polizei berichten übereinstimmend, dass ein Großteil der Verkehrsprobleme rund um Grundschulen durch ankommende und abfahrende ‚Elterntaxis‘ entsteht. Die Fahrt mit dem Auto ist nicht sicherer, sondern sorgt für zusätzliche Gefahren.“ Zudem halte das Zu-Fuß-Gehen die Kinder gesund und fit. Im Unterricht können sie sich anschließend deutlich besser konzentrieren. „Sie machen auf dem Schulweg wichtige Erfahrungen als Verkehrsteilnehmer“, nennt Schweck einen weiteren wichtigen Hintergrund. „Der gemeinsame Weg mit anderen Kindern ist gut für das Sozialverhalten.“ Schließlich sei es acuh umweltfreundlicher, wenn man das Auto stehenlasse.

„Natürlich wissen wir um den Zeitdruck vieler Eltern am Morgen. Dennoch ist das in der Regel kein Grund, Kinder direkt bis ans Schultor zu fahren und dadurch andere zu gefährden“, macht Schweck deutlich. Man könne das Kind auch 300 bis 400 Meter entfernt von der Schule absetzen. Das entlaste die unmittelbare Schulumgebung und bringe dem Kind Bewegung, Erfahrung und Sicherheit. Inzwischen gebe es in etlichen Kommunen „Hol- und Bringzonen“, wo Eltern ihre Kinder aus dem Auto lassen können, weiß der Geschäftsführer der heimischen Verkehrswacht.

Hintergrund

Ist das Benutzen eines Autos für den Schulweg nicht zu vermeiden, muss laut Verkehrswacht ein Kind auch auf Kurzstrecken immer in einem Kindersitz gesichert werden. 30 Prozent aller Schulkinder seien bei Fahrten innerorts nicht oder nicht richtig gesichert – oft mit schlimmen Folgen. Ein Kind sollte immer zur Gehwegseite hin aussteigen. Im Schulbereich müssten Eltern „besonders vorsichtig und rücksichtsvoll fahren“ und dürfen „nur Anhalten, wo es erlaubt ist.“

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